23. EUROSTRAND-CUP Leiwen März 2018

Reiserückblick

Liebe Skat- und Romméfreunde,

 

durch unseren Umzug auf die neue Internetseite sind leider auch einige alte Reiseberichte entfernt worden.

Ihr könnt es mit einem Umzug im echten Leben vergleichen. Manchmal hat man Dinge die müssen unbedingt mit und manchmal hat man Dinge von denen man sich, wenn auch schmerzlich, trennen muss.

Unter anderem gehörte dazu der Reiserückblick von der diesjährigen Leiwen März Reise.

Auf euren vielfachen Wunsch stellen wir euch diesen gerne erneut zur Verfügung.

An dieser Stelle möchten wir uns bei euch für die zahlreichen Rückmeldungen zu unserer neuen Seite danken.

Hier also für alle, die ihn schon gelesen haben und für die, die es vermutlich nun noch tun werden, der Reisebericht von Markus Montag:

 

Leiwen 2018


Die Vorfreude war groß – wesentlich größer als zu Leiwen 2017. Damals hatten wir zu spät gebucht und unsere Teilnahme stand erst am Anreisetag fest, weil eine andere Gruppe kurzfristig absagte. Diesmal machten wir es besser und reservierten schon während der Veranstaltung. Sechs Personen umfasste unsere saarländische Truppe von den Skatfreunden Piesbach, alle trinkfest und in einem Haus untergebracht. Dies gibt für Skatreisen Schäfer wegen der unkomplizierten Buchung schon mal 100 Skatpunkte. Am Anreisetag hatten wir morgens noch einen „Ein-Serien-Stammtisch" zum Warmwerden – schließlich dauerte unsere Anreise ja nur eine Stunde. Seit Mitte 2017 spielten wir bereits in eine Reisekasse ein, sodass der diesjährige Urlaub schon bezahlt war, bevor er begann.


Glücklicherweise gehörten wir zu denjenigen, die nicht von der Grippequote des Eurostrand betroffen waren. Wir konnten direkt bei Anreise unser Domizil beziehen. Der Spielleiter Ingo Klein hatte bereits im Vorfeld unsere Meldungen erhalten, unser Umschlag mit den Einzel-, Tandem- und Mixedstartkarten war schon fertig. Direkt nach dem wie immer großartigen Abendbuffet spielten wir den Preisskat am Sonntag Abend mit nach dem Motto: mal sehen, was geht. Ich für meinen Teil sah zumindest, was nicht geht. 13 Euro inkl. Abreizgelder adé, aber viel gelacht - mehr will ich auch gar nicht. Schließlich ist man als Saarländer in Leiwen direkt enttarnt, dafür sorgt schon unser Dialekt. Da der Skatclub St. Ingbert ebenfalls zahlreich vertreten war, konnte unser beschauliches Bundesland mit fast 20 Personen vor Ort aufwarten. Anschließend haben wir dann auf der Stube weiter gezockt – ein Spiel namens „Dulles" (so ähnlich wie Schafkopf), und so wurde auch die erste Nacht entsprechend kurz.


Die ersten drei Serien verbrachte ich im Klostergarten, so sah es die Setzliste vor. Ziel war es, ab der vierten Serie nicht mehr dort zu sitzen, obwohl es da recht gemütlich ist. Die Karten spielten einigermaßen mit, so dass ich mich an Tisch 26 wieder fand. 3000 Punkte in drei Serien – das nennt man Schnitt (obwohl der eigentlich nachgewiesen eher bei 850 bis 900 Punkten liegt). Zwischen den Einzelserien war zeitlich ausreichend Luft, die man entweder mit weiteren Skat- bzw. Romméturnieren oder aber auch den Freizeitangeboten füllen konnte. Wir entschieden uns gegen die Busfahrten und wollten die Zwischenzeit an den Unterhaltungsautomaten des Eurostrand verbringen. Hier muss allerdings gesagt werden, dass speziell dieser Bereich schon seit Jahren nicht ausreichend gepflegt wird. So waren beide zur Verfügung stehenden Flippergeräte defekt und der Billardtisch stand so schief, dass es keinen Stoßes bedurfte, um die Kugeln zum Rollen zu bringen. Wenn ich überhaupt etwas zu kritisieren habe, dann ist es dieser Punkt: die Gerätewartung im Unterhaltungsbereich könnte besser sein.


Nach zwei punktemäßig eher schlichten Runden, die mich an den Rand des Klostergartens brachten, lag ich nach der sechsten Serie wieder auf Schnitt. Für mich stand aber die Unterhaltung im Vordergrund; und ich hatte das seltene Glück, auf wesentlich stärkere Spieler zu treffen, die einem dennoch nicht jede falsche Karte um die Ohren warfen. Normalerweise funktioniert das so: Der junge Saarländer setzt sich hin, die Lesebrille des Schreibers hängt an der Nasenspitze und der Blick über die Gläser hinweg tötet Dich schon vor Spielbeginn. Dem war aber dieses Mal nicht so: in allen Serien hatte ich lustige und freundliche Gegner aller Altersklassen; es machte echt Spaß. Aus unserer Sechsergruppe hatte sich auch einer an Tisch 3 gespielt, dem drückten wir natürlich alle Daumen.


Obwohl wir eine Skatgruppe waren, spielte ich auch Rommé – Einzelturniere mit. So ruhig, so unterhaltsam; Frieden pur – anders kann man das nicht beschreiben. Die ideale Ablenkung vom Skat – wenngleich trotzdem genauso anspruchsvoll. Zwischendurch ließ Ich mich zu einer Runde Bingo überreden. Der holländische Animateur machte seinen Job gut: es war kurzweilig und spannend, auch wenn ich nicht zu den Gewinnern gehörte. Besonders lustig waren die Bingo – Rufer, die kein Bingo hatten: Sie mussten zur Strafe ins Mikrofon singen. Es beschränkte sich aber auf das allseits bekannte „Alle meine Entchen"...


So spielten wir dann unsere Serien durch. In einer Raucherpause vor der Preisverleihung standen wir draußen und unterhielten uns über die vermeintlichen Gewinner des Turnieres. Volker Criens meinte, der letzte Preis ginge mit 7884 Punkten weg. Ich zog meine Startkarte aus der Tasche: 7884 Punkte – der Lacher war auf meiner Seite. Ein gelungener Abschluss für ein rundum gelungenes Turnier. Losglück bei der Tombola hatte aus unserer Gruppe niemand – nächstes Jahr müssen wir mal die Glücksfee mit einem Baileys bestechen.


Es bleibt zu sagen: Reisebüro, Personal und Spielleitung haben wie immer einen exzellenten Job gemacht. Die Bewirtung samt Essen ließ keine Wünsche offen. Es haben sich über die Jahre Freundschaften entwickelt, auch wenn man sich nur einmal im Jahr dort sieht.

Alleine das ist den Preis schon wert – und der Spaß kommt von selbst. Weiter so...

Markus Montag